Oder auch: 

Mach deine Ängste zu deinem Freund!

Die meisten, die schreiben, haben ein paar ziemlich schlimme Befürchtungen, was passiert, wenn sie schreiben:

Das wird keiner mögen!

Keine will das lesen.

Es ist nicht gut genug!

Oder auch das Gegenteil:

Das ist so gut, dass ich plötzlich Druck habe, IMMER so gut zu schreiben.

Was ist, wenn das nächste Buch schlechter wird, der nächste Text?

Und werde ich nicht zu abgehoben, wenn ich erfolgreiche Autorin bin?

Kennst du? Bestimmt! Bestimmt hast du einige dieser Ängste.

Und weißt du was? 

👉 Du wirst noch mehr solche Ängste haben! Genau du, ausgerechnet du. 🙁

👉 Denn du hast Fantasie. 

  • Du denkst dir Geschichten aus.
  • Erdichtest Welten, Menschen, Handlungen, fügst sie neu zusammen.
  • Du fantasierst durch, ob es so oder so oder so besser klingen wird auf dem Papier…

Du trainierst deine Fantasie regelrecht. Das ist toll. 

👉 Andererseits: So ist deine Fantasie schon bestens in Form, wenn dann die Befürchtungen kommen. 🙁

Der legt echt Wert auf Grammatik, und da bin ich schwach. Der wird nie wieder mit mir reden, wenn er da Fehler findet! Dann schaut auch seine Schwester auf mich herab, die sind ja dicke, und sie lädt mich nicht mehr zu ihren echt tollen Partys ein, und das sind doch die einzigen Partys, die ich in der Stadt mag, also geh ich dann gar nicht mehr aus, und wenn ich nicht ausgeh, finde ich keinen Freund, und wenn ich keinen Freund finde, krieg ich nie ein Kind, und dann vegetiere ich als einsame verbitterte Frau so vor mich hin … 

… all das ist in deinem Hirn schon passiert! Längst wahr, schon eingebucht beim Universum.

Kein Wunder, dass du nicht anfängst zu schreiben …

…wenn das bedeutet, dass du dich damit zur Einsamkeit und noch schlimmer verdammst. Wirklich kein Wunder.

👉 Deine Fantasie schützt dich also, oder?

👉 Sie malt dir aus, was alles so wird, wie es ganz bestimmt sogar wird – und dann blockiert sie dich. 👉 Denn so soll es eben nicht werden. Schutz akiv!

Und die sind vielfältig, diese Fantasien! Für jede Angst eine parat; sogar wenn du Angst davor hast, gut zu schreiben. 

Du schreibst so gut, dass du mit diesem Preis ausgezeichnet wirst, nur stolperst du auf dem Weg zur Bühne, brichst dir den Arm, landest im Krankenhaus, sie untersuchen dich, entdecken zufällig eine ganz schlimme Krankheit, mindestens Endstadium, du musst sofort behandelt werden, alle Termine absagen, dein Ruhm versiegt, weil du nun weg von der Bühne bist, und zack: vorbei mit Erfolg (und mit dem Leben auch, weil krank) … Oder vielleicht brichst du dir nicht schlimm den Arm etc., aber du siehst voll lächerlich aus, wie du da hinkrachst vor der Bühne der Preisverleihung für dein Erstlingswerk, irgendwer macht ein Foto und das geht viral und plötzlich bist du nur dafür bekannt; keiner interessiert sich mehr für dein Buch, dafür lacht das ganze Internet über dich. 

Oder eine echte Erfolgsgeschichte:

Du stolperst nicht, du holst deinen Preis ab, und auch noch ein fettes Preisgeld dazu, Fernsehen, Radio, alle berichten darüber, auch deine Nachbarn wissen natürlich davon – nur gratulieren sie nicht, sondern klingeln. Pausenlos, Tag und Nacht, du bist ja nun schließlich der neue Star, Bestsellerautorin und Millionär über Nacht – kannst du ihnen da nicht etwas abgeben vom Glück? Ihre Miete, ihr Auto, die Ratenzahlungen, Urlaub … Neid, Neid, Neid; klingel klingel klingel! Du läufst davon, aber du riechst jetzt nach Geld, jeder sieht dir das an, Gangster lauern dir auf, rauben dich aus …

Rasant! 

Rasant Drama im Hirn, deine Fantasie auf Hochtour – und dabei ist noch gar nichts passiert. 

Es ist nichts passiert (außer in deiner Fantasie).

Es ist noch nicht mal passiert, dass du überhaupt angefangen hast zu schreiben.

Und du fängst auch nicht an, denn du weißt ja, was dann geschieht: Überfall, Gangster, Nachbarn, Neid, krank, Arm brechen, einsam, ausgeraubt … mindestens aber doch voll peinlich stolpern! 

🙁😬 Also: Nein!

🙁😬 Also: Stift wieder weg, Computer zu – lieber nicht schreiben! Denn wer will denn so was?

🙁😬 Also:

  • Dann kannst du ja jetzt aufhören zu lesen. 
  • Du hast entschieden, lieber auf deine Ängste zu hören.
  • Du folgst deiner ausgeprägten Fantasie.

Oder willst du doch schreiben?

Trotz der Ängste? 

Dann:

Mach deine Ängste zu deinem Freund!

💪 Lass die Ängste zu.

💪 Lass deine Fantasie genau diesen schlimmen Horrortrip an die Wand malen – aber nutze es auf dem Papier!

💪 Genau dieselbe Fantasie, nur anders umgesetzt.

 

Beispiele gefällig?

  • Wenn du Krimis schreibst: 

Lass deine Figur plötzlich stolpern, jemanden ein Foto davon machen, ihr das Leben versauen – und werde zum Racheengel auf dem Papier.

  • Wenn du Ratgeber schreibst: 

Lass jemanden eine Foto-induzierte Midlife Crisis haben und zeig dem Leser den Weg da wieder raus, hin zu einem neuen Leben.

  • Wenn du deine Biographie verfasst, Memoiren: 

Nimm das Gefühl aus deiner Fantasie, dich ausgeliefert zu fühlen, peinlich berührt zu sein, die beste Freundin zu verlieren, weil die auf einmal Witze über dich macht – nutz es für wahre Situationen in deinem eigenen Leben, beschreib diese besser, übertrag das Gefühl.

Etc.

Alles klar?

👉 Trainier deine Fantasie weiter, aber lenke sie. 

  • Ab damit aufs Papier. 
  • Weg von den Ängsten und Befürchtungen, was passiert, wenn du schreibst, hin zu dem, was & wie du schreibst. 
  • Mach deine Texte dadurch besser.

Und jetzt: 

Probier das mal aus.

👉 Nimm eine Stelle in deinem Text, der schon geschrieben ist, und versieh ihn mit deiner Fantasie vom Scheitern. Oder deiner Fantasie von all den krassen Sachen, die passieren, wenn man Erfolg hat.

👉 Wenn du noch keinen Text, keine Geschichte hast: Schreib eine in genau diesem Gefühlszustand. Kannst du das? Das Gefühl der Angst nehmen – und sie zu etwas auf dem Papier machen? Sie damit besiegen, meistern, regulieren; sie weg von dir bewegen, hin zu einer ausgedachten Person?

👉 Oder schreibst du autobiographisch? Na dann: Wen wolltest du schon immer mal kräftig leiden lassen? Tu es – auf dem Papier. Tob dich aus. Und dann mach den Schritt zurück in die Realität: Hier bist du ohne Angst, und die Angst steht auf dem Papier.

Angst getrennt von dir – du bist jetzt ohne. Die Angst: Da drüben steht sie nun: in deinem Text, in deiner Geschichte, die nun voll ist mit echten Emotionen.

 

Erzähl mal: Klappt das für dich?

Berichte mir gern davon! Du erreichst mich per Mail: joey@joeyjuschka.com 

Wenn du Fragen dazu hast oder ein Feedback zu deiner persönlichen Umsetzung haben möchtest, schreib mir auch gern eine Nachricht; wir schauen uns das dann genauer an:

✨ Wie du deine Geschichte zu Papier bringst, statt in Blockaden zu stecken.
✨ Wie du nimmst, was da ist, und es zu Gold in deinen Texten machst.
✨ Wie du das Buch verfasst, das dir schon lange im Hirn steckt, um Menschen zu berühren, der Welt zu zeigen, wie’s auch anders geht und ging. 

Ich begleite dich gern dabei!

… und danke fürs Lesen dieses Blog-Artikels,

Joey