Halle/ Saale

Comingout-Buch

„Halle/ Saale (ohne Regen)“

„Eine Geschichte mit einer Leiche anzufangen, eine Comingout-Story in der ostdeutschen Provinz der 90er Jahre, ist vielleicht nicht gerade ansprechend. Aber so war’s: Da war die Leiche, da war mein Comingout. Zeitgleich in etwa. Leiche zuerst.“

Buchcover "Halle/ Salle (ohne Regen)" - Die Geschichte eines lesbischen Comingouts in der ostdeutschen Provinz

Aufwachsen in Ostdeutschland

„Halle/ Saale (ohne Regen)“ entstand für die jährliche Anthologie „Mein Lesbisches Auge“, in der ich regelmäßig Beiträge veröffentliche. Für das Jahrbuch 2021 gab es erstmals eine Themenvorgabe: Herkunft, Heimat, Region. Woher kommen die Lesben, wie wuchsen sie auf? Comingout ja/ nein? Was sagte die Familie dazu; gab es überhaupt Familie? Der Ort der Kindheit, der Jugend, die Prägung dadurch – das sprach mich an. Sehr. Ich hatte was zu erzählen. Also erzählte ich, vielmehr: schrieb. „Halle/ Saale (ohne Regen)“.

Joey Juschka
Halle/ Saale (ohne Regen)

E-Book, 2,99 €, ASIN: ‎B0D48CBVYS
Taschenbuch, 5,99 €, ISBN: ‎979-8304081979
Erhältlich auf Amazon

In der Anthologie wurde die Geschichte leicht gekürzt abgedruckt. Im Buch ist sie nun ungekürzt – dafür ohne begleitende Fotos, von denen es auch einige gab. Die wiederum gibt es in der Anthologie: „Mein Lesbisches Auge 21: Herkunftsgeschichten“ (ISBN 978-3-88769-921-5).

Wie war’s also, in Halle/ Saale, in den 90er Jahren? Kurz nach Wende, kurz nach Ende der DDR? Als Lesbe, als junge Frau, auch irgendwie queer und überhaupt?

So war’s – lies rein:

Heimat, Herkunft, Region: Halle/ Saale

300.000 Einwohner*innen, Straßenbahnen fuhren (und fahren) da, ich verbrachte viel Zeit in ihnen, vor allem nachts. Punks gab es da, mit denen zog ich so rum, aß schlechten Döner mit ihnen. Dönerbuden gab es also auch (und gibt es ebenfalls immer noch, nehme ich an) – solche Buden, in denen Döner Seite an Seite mit Pizza und Pommes und chinesisch-asiatisch verkauft wird. Schreckliches Zeugs. Billiges Zeug. Billig gab es viel in Halle/ Saale. Billige Wohnungen, billigen Fusel. Den tranken die Punks; ich trank den nicht; ich trink überhaupt nicht, das tat mein Vater schon zur Genüge.

Vater: Alkoholiker

Hah! Jetzt ist er elegant eingeführt – mein Vater. Das ich wichtig, denn mit ihm geht es los, diese Geschichte. Die Geschichte eines Comingouts in der Provinz. Denn Provinz war Halle auch noch.

Homo-Disco in der Provinz

Provinz: Nur eine einzige Disco (ich tanzte wie verrückt), alle zwei Wochen sonntags. Später auch noch eine zweite, öfter, unregelmäßiger; selbstorganisiert, chaotisch, geil. Ein Café gab’s auch – eins für Schwule, für die älteren Semester. Die saßen da so rum den ganzen Tag, schauten aus dem Fenster auf die vorbeifahrenden Straßenbahnen.

Frauencafé Weiberwirtschaft

Und ein zweites Café: ein Café für Frauen, für Lesben, das dann später zum Zentrum wurde, Weiberwirtschaft, umzog, an einen anderen, größeren Ort in der Stadt, mit Garten und Platz (und noch immer Café ist, so nebenbei. Oder hauptsächlich Café, je nach Sichtweise und Bedarf).

Lesbisch-schwule Community!

Apropos Bedarf: Wenn es nur eine Botschaft gibt mit dieser Geschichte, ein Fazit, ein Anliegen, eben einen Bedarf, dann das: Die Welt braucht braucht braucht braucht braucht braucht braucht braucht BRAUCHT braucht Orte wie diesen. Explizite Orte für Lesben, für Frauen; zeitgemäßer auch für Queers, für trans*, für … ihr versteht schon. Für uns. Die Community. Für uns und von uns und mit uns. Denn dieser Ort, dieses Café, dieses Frauen-/ Lesbencafé in Halle an der Saale … Es rettete mir den Arsch.

1994, kurz nach der Wende

Zeit dieser Arschrettung: 1994. Im Mai irgendwann. Ich müsste mal auf den Totenschein schauen, den von meinem Vater. Aber da steht eh nur eine Schätzung, so richtig weiß keine*r, wann er starb, auf den Tag genau. Als ich ihn fand, sah er noch recht frisch aus, die Leiche. Ein paar Flecken im Gesicht und am Hals; den Rest sah ich nicht; der Rest war von einer Bettdecke bedeckt.

Bettdecke, Bett. Vater. Leiche.

Hah! Eine Geschichte mit einer Leiche anzufangen, eine Comingout-Story in der Provinz, ist …

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Hier geht’s zum Buch: „Halle/ Saale (ohne Regen)“

Die 90er im Osten: Auch da gab es Lesben.

Joey Juschka
Halle/ Saale (ohne Regen)

E-Book, 2,99 €, ASIN: ‎B0D48CBVYS
Taschenbuch, 5,99 €, ISBN: ‎979-8304081979
Erhältlich auf Amazon

„Wow, was für ein Buch“ – Rezensionen

Ich wusste, dass das Buch mich selbst recht forderte, als ich es schrieb; so viel kam da wieder hoch. Aber was sagen Leser*innen zur Geschichte, vor allem dazu, wie ich Autobiografie literarisch umgesetzt habe?

Hier einige Auszüge aus Rezensionen:

Schräg und ehrlich.
Klar und einprägsam.
Wer gute, ehrliche Geschichten mag, muss das hier lesen!
… hat mich lange begleitet.
Berührt gelacht.
Und geweint.
Beeindruckt von der Sprache für das nicht und schwer Sprechbare.

Danke für die schönen Rezensionen zum Buch. Die berühren mich wiederum. Weitere Rezensionen bzw. die hier zitierten vollständig findest du auf Amazon:

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