Warum du in Griechenland montags bis mindestens 8 Uhr schlafen solltest
Es ist mal wieder so weit: ich wach auf, geh aufs Klo, drücke die Spülung – und nichts! Dieses Geräusch! Das nicht da ist – das Geräusch des nachlaufenden Wassers.
„Echt jetzt?“, denk ich. „War doch schon gestern!“
„Siehst du!“, sagt ein anderer Teil meines Hirns. „Ich hab dich gewarnt: Drück nicht einfach so auf die Spülung! Das kannst du nicht machen in Griechenland! Nicht früh um 8 Uhr! Und jetzt ist wieder kein Wasser im Kasten, für das große Geschäft!“
Und ich warne dich jetzt: Früh um 8 Uhr in kleinen griechischen Dörfern ist das Wasser oft weg. Einfach so. Immer wieder. Am liebsten montags und dienstags, und dazu habe ich eine Theorie: Da ist die Arbeitswoche noch jung! Da ziehen sie los, die Mitarbeiter der Wasserwerke, ganz motiviert, und sanieren was! Und stellen das Wasser halt ab, weil so früh steht doch eh kein normaler Mensch auf.
Ich aber. Ich steh so früh auf.
Und ich hol mir jetzt eine Wasserflasche (von denen hab ich immer 10 Stück auf Vorrat, denn das mit dem Wasser passiert eben oft) und stelle sie mir so auf den Spülkasten, dass ich nicht drücken kann!
Bisschen zu spät, ich weiß – das hätte ich gestern Abend machen müssen. Um gedankenloses Drücken der Klospülung am frühen Morgen zu verhindern. Aber für morgen steht sie dann da, die Flasche, jawoll!
Und jetzt hol ich noch eine Flasche und kram den Campingkocher raus. Mache mir Kaffee, griechische Art, jawoll.
Griechischer Kaffee auf dem Campingkocher
Ich kenn diesen Kaffee, in dem man das Pulver in einem Top aufkocht und dann in die Tasse abgießt, so dass da auch viel Kaffeepulver drin ist, den man dann im Mund hat, wenn man nicht aufpasst, ja als türkischen Kaffee. Aber nee, da lag ich wohl falsch: griechisch! Und kein Wunder, dass das die Hauptart ist, hier Kaffee zu machen, wenn man so oft kein Wasser aus der Leitung hat.
Und keinen Strom.
Stromausfall auf der Insel
Hab ich das schon gesagt? Der Strom ist auch oft weg, Montagmorgen um 8 Uhr. Weil .. ach, ich weiß eigentlich nicht, warum. Vielleicht ist eigentlich auch hauptsächlich der Strom weg, und das Wasser nur als Nebeneffekt, weil ohne Strom die Pumpen irgendwo im Land das Wasser eben nicht mehr pumpen können.
Das gibt’s ja auch öfter hier, so alle zwei Monate mal, zumindest angekündigt: Strom abgestellt, um das Netz zu warten, und zwar immer schön sonntags, von 6 Uhr bis 14 Uhr – und das auf der ganzen Insel. Die Insel übrigens: Lesvos. Die drittgrößte Griechenlands, da sollten Dinge doch besser funktionieren, denk ich manchmal. Tun sie aber nicht.
Strom weg, Wasser weg, immer wieder, und immer wieder ist das echt doof. Ich mag es nicht, so aufzuwachen, aber tja. Τι να κάνουμε; Was kann man tun? – Nichts. Wasser aus Flaschen zum Zähneputzen nutzen, zum Händewaschen, zum Kaffeekochen … Und alles schön langsam, denn je später es wird, um so eher ist das Wasser dann vielleicht doch wieder da. Σιγά σιγά langsam langsam.
Ein typischer Montagmorgen im griechischen Dorf
So langsam muss ich noch mal auf Klo … Aber an dieser Stelle hör ich auf, meinen Montagmorgen im griechischen Dorf zu beschreiben und überlasse es dir, dir meine Griechenland-Geschichten zu holen. Hier, trag dich ein:
Jede Woche eine Geschichte aus dem Leben im griechischen Dorf, abseits der Massen, hinter den Touristenkulissen, nicht immer nur schön, dafür umso echter. Freu mich, wenn du dir die Geschichten holst.
Joey
Bild: Ab ins Meer – da ist immer Wasser!






0 Kommentare